Sexismus

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Der Begriff Sexismus wird je nach Forschungsdisziplin anders definiert (kopiert aus Wikipedia, 25. April 2015):

  • In der Psychologie und Sozialpsychologie wird Sexismus häufig über vorurteilsbesetzte (negative) Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund ihres Geschlechts[1][2] oder noch breiter als „stereotype Einschätzung, Bewertung, Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person allein auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit“[3] definiert. Diese Definitionen umfassen auch Stereotypisierungen, Abwertung und Diskriminierungen gegenüber Männern.[4] Die amerikanischen Sozialpsychologen Peter Glick und Susan Fiske definieren Sexismus als Feindseligkeit gegenüber Frauen. Sexismus produziere die Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Rollen, wobei diese insbesondere Frauen in eine untergeordnete Position und in eine Stellung mit weniger Macht dränge als Männer.[5][6]
  • In der soziologischen Forschung wird der strukturelle Aspekt des Sexismus betont . Hier heißt es, Sexismus sei kulturell bedingt, institutionell verankert und individuell verinnerlicht. Es sei ein weitergetragenes Denken, Glauben, Meinen und ein Handeln als gesellschaftliche Praxis, welches Männer privilegiere und Frauen unterwerfe. Hierdurch werde das Tun von Frauen abgewertet und Frauen (und Männer) würden auf bestimmte Rollen festgeschrieben. Dieser Ansatz betont die Mechanismen eines diskriminierenden Gesellschaftssystems, hier des Patriarchats, und untersucht die Verschränkungen von Sexismus mit anderen Kritikansätzen an der Herrschaft einiger wie dem Rassismus, Klassismus, Altersdiskriminierung (englisch: "ageism"), Handicapism oder Speziesismus.[7]
  • Im Postfeminismus Diskurs wird als Sexismus betrachtet, von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Verwandt mit diesem Ansatz sind die Diskussionen um die heterosexistische Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Menschen, die nicht ins gängige Geschlechterkonzept passen.[8]

Referenzen

  1. Iris Six-Materna: Sexismus. S. 121-130 in: Lars-Eric Petersen, Bernd Six (Hrsg.): Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung. Theorien, Befunde und Interventionen. Weinheim, Basel: Beltz Verlag. 2008.
  2. Todd D. Nelson: The Psychology of Prejudice. 2nd edition, Pearson, Boston 2006
  3. Ronny Werner, Gernot von Collani: Eine deutsche Skala zu ambivalent - sexistischen Einstellungen (Hostilität und Benevolenz) gegenüber Männern (ASEM).
  4. Thomas Eckes, Iris Six-Materna: Leugnung von Diskriminierung: Eine Skala zur Erfassung des modernen Sexismus. In: Zeitschrift für Sozialpsychologie. 29, S. 224–238.
  5. Peter Glick, Susan Fiske: Hostile and Benevolent Sexism Measuring Ambivalent Sexist Attitudes Toward Women, Psychology of Women Quarterly, March 1997, Vol. 21 no. 1, S. 119-135..
  6. Glick/Fiske eta.: Beyond prejudice as simple antipathy: Hostile and benevolent sexism across cultures, Journal of Personality and Social Psychology, 79/2000. S. 763
  7. Gleichstellungsseite der Alice-Salomon-Fachhochschule
  8. Eva Fels, Dagmar Fink: Was ist Sexismus?